Mikrobiom und Darmfloraanalyse

Die Bedeutung des Darms

 

Ein gesunder Darm ist von wesentlicher Bedeutung für das ganzheitliche Wohlbefinden.

Im Verdauungstrakt von Tieren tummeln sich sich eine Vielzahl verschiedener Mikroorganismen.

Diese dienen nicht nur der Verdauung und Versorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen, sie unterstützen die Gesundheit der Tiere und erfüllen im Stoffwechsel wichtige Aufgaben. Dadurch beeinflussen sie die Funktion diverser Organe, die Haut, das Fell und das Immunsystem.

Im Darm befindet sich auf mehren Metern Länge der Hauptteil des Immunsystems. Er ist der Ort im Körper mit der größten Dichte an Immunzellen. Ca. 80% der aktiven Immunzellen des Körpers sitzen im Darm.

Über das Blut-, Lymph- und Nervensystem (Darmhirn) ist der Darm mit dem ganzen Körper verbunden.

 

Daher können viele Krankheitskomplexe mit einer Störung der Mikrobiota in Zusammenhang stehen:

  • Verdauungsstörungen (Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Blähungen, entzündliche Darmerkrankungen)

  • Bauchspeicheldrüsen- und Lebererkrankungen

  • allergische Erkrankungen (Futtermittelunverträglichkeiten, Allergien auf Pollen, Hausstaubmilben, Flöhe, etc.)

  • Abwehrschwäche (Neigung zu Infekten, Apathie, körperliche Schwäche)

  • Haut-/Fellprobleme (Ekzeme, Juckreiz, Alopezie, Pilzerkrankung)

  • Autoimmunerkrankungen und Schilddrüsenunterfunktion

  • Mentale Auffälligkeiten (Depression, Ängstlichkeit, Stress, Gereiztheit, Unkonzentriertheit, Aggressivität)

  • Übergewicht, Stoffwechselerkrankungen, Mangelernährung

Neben Umwelteinflüssen, Stressfaktoren, Ernährung, genetische Veranlagung können auch viele Medikamente zu einer Störung der Darmflora beitragen.

 

Barriereschutz beginnt im Darm


Um seine Kontroll-, Schutz- und Verdauungsfunktion ausführen zu können ist der Darm mit 3 Schutzebenen ausgestattet

  1. Die Darmflora

    Die Darmwand ist mit einer dicken Schicht von Darmbakterien überzogen. Die Bakterienzusammensetzung unterscheidet sich nach Darmabschnitten (Dünndarmabschnitte, Dickdarm) und nach ihren Aufgaben. Es sind Bakterien für die Verdauung zuständig, wobei sie u.a. auch kurzkettige Fettsäuren zur Ernährung der Darmzellen produzieren und damit auch zur Abwehr unerwünschter Keime beitragen. Andere Bakterien trainieren mehr das Immunsystem.
     

  2. Die Darmschleimhaut

    Die Darmwand besteht aus mehreren Schichten. Die innere Schicht (Darmlumen), auf der die Darmbakterien sitzen, ist die Darmschleimhaut. Sie ist eine einzellige Schicht, die nach außen hin mit einer dicken Schleimschicht überzogen ist. Diese Schleimschicht dient auch als Filter (sogenannte Darmbarriere)
     

  3. und sorgt im gesunden Zustand dafür, dass nur geeignete und ausreichend verdaute Stoffe in den Organismus gelangen. Ist die Darmschleimhaut entzündet und wird dadurch undicht, können nicht genügend verdaute Futterpartikel oder auch andere Fremdstoffe die Darmschleimhaut passieren und z.B. Futtermittelunverträglichkeit, Futtermittelallergien und Entzündungsreaktionen im Körper auslösen.

     

  4. Das Darm-Immunsystem

    Im Inneren der Darmwand sitzt das Darm-Immunsystem. Hier befinden sich eine Vielzahl von Immunzellen, die vor Ort ihre Arbeit verrichten oder mit dem Blut- oder dem Lymphsystem an ihren Einsatzort gelangen.

    Ist das Darm-Immunsystem gestört, können als Folge unkontrollierte Immunreaktion auftreten, wie z.B. Allergien, Autoimmunerkrankungen (autoimmune Entzündungen der Schilddrüse, der Haut, Schleimhäute, von Organen).

 

Die Darmfloraanalyse
 

Eine Kotuntersuchung kann uns einen Überblick über die Zusammensetzung und Leistungsfähigkeit

der Darmflora erbringen. Wir können eine Aussage zur Verdauungsleistung, zur Funktionsfähigkeit der Darmschleimhaut und zum Zustand des Darm-Immunsystems machen.

Außerdem ist es uns möglich Entzündungsmarker zu untersuchen und über Schleimhautmarker eine Aussage zur Durchlässigkeit der Darmbarriere zu machen.

Ergänzend können auch spezielle Blutuntersuchungen sinnvoll sein.

 

Aufgrund aller Parameter können wir eine Aussage zur Funktionsfähigkeit des Darmes machen und einen individuellen Therapie- und Ernährungsplan für das einzelne Tier mit seinen spezifischen Symptomen erstellen.


 

 

 

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